We Are The Heroes Of Schlagersülz – das zweite Halbfinale

Heute muss dann also alles besser werden: es gibt ein TV-Signal, die Erdbeertorte ist anwesend (und schon halb leer), und angesichts des ersten Halbfinals müssen wohl heute alle musikalischen Qualitätsbeiträge auf einmal kommen. Ratet, wer heute mein Favorit ist :)

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Es wird jedenfalls live gebloggt, bitte beteiligt euch zahlreich im Chat, denn heute fehlen mir die Stichwortgeber…

So ist das also, wenn man von Anfang an zuschaut: die Hosts singen erstmal selber, und ich fühle mich direkt in einen 60er-Jahre-Disneyfilm versetzt. Hier kann ich ja verraten, dass ich eine Schwäche für so alberne Musik habe…

Lettland: Justs "Heartbeat" Hmm, hab ich dazu jetzt ne Meinung? Es ist fast angenehm minimalistisch, aber was schreit der Junge so? Und wie viele Wochen hat er wohl Barthaare für diesen verwegenen Kinnflaum angespart? Naja. Wird sich keiner dran erinnern.

Polen: Michał Szpak "Color of Your Life" Wasn das fürn Hippie? Manu stellt grad fest, dass inzwischen anscheinend alle ESC-Kandidaten jünger sind als wir. Nein, der von San Marino war ein sympathischer Oldie! Hätte man den mal weitergewählt! Zurück zu Polen: okaye Stimme, viel Geschmachte, lustiges Faschingskostüm. Gibt heute Abend bestimmt noch schlimmeres.

Schweiz: Rykka "The Last of Our Kind" Oi, die Frau qualmt! Brennt das? Feuerlöschdecke! Draufstürzen und einwickeln! Witzig. Und außerdem ist sie fast so niedlich wie Emmelie de Forest. Jo, doch. Finale?

Israel: Hovi Star "Made of Stars" Bei diesem Look hätte ich ja jetzt mit Tainted Love gerechnet: ein androgynes Geschöpf mit Glitzer und Artistik hintendran, singen kann er recht hübsch, das passt so, oder? An dieser Stelle Grüße an Inga, solange ihr Doppelgänger noch auf der Bühne steht. (Und schon wieder Sternchenregen – der Effekt ist so grandios, den muss jeder mal nutzen.)

Weißrussland: Ivan "Help You Fly" Hahaha der runtergefallene Drumstick, ich bin so leicht zu erheitern! Aaargh, da is ja n naggcher Mann auf der Bühne, macht das weg! Hmm, Ivan hat anscheinend nicht so viele Freunde, er singt und musiziert mit Hologrammen von sich selbst zusammen. Man hat doch jedes Jahr den Eindruck, Weißrussland will diesen Wettbewerb einfach nicht ausrichten.

Zwischeneinspieler mit Lordi im ESC-Quiztaxi – yeah, very nice!

Serbien: Sanja Vučić ZAA "Goodbye (Shelter)" Stimmlich sauber, musikalisch unanstrengend, dazu dezente Morticia-Addams-Optik, na ok, das dürfte ein guter Zeitpunkt für ne Erdbeertortenblogpause sein.

Irland: Nicky Byrne "Sunlight" Ein ehemaliger Westlife-Sänger… so sieht das auch aus. Alles bisschen poppig-egal und weichgespült und offenbar hat er an seinen Haaren länger gearbeitet als an seinem Song. Nett gemeint, aber nö – darin sind wir uns aus unterschiedlichen Gründen alle einig (außer Jule?).

Mazedonien: Kaliopi "Dona" Ha! Noch eine, die älter ist als wir! Tja, im Alter kleidet man sich offenbar lustig und hält es für gediegen, und bewegt sich nicht mehr so viel. Immerhin sehr stimmgewaltig, quasi Bonnie Tyler für Opernfans.

Litauen: Donny Montell "I’ve Been Waiting for This Night" Den hatten wir doch schonmal, das war doch der mit der Augenbinde! Seitdem hat’s anscheinend nicht so geklappt und er tritt in Kellnerjacke auf… ach nee, nur von weitem. Manu fragt ganz berechtigt, ob diese Frisuren grad in seien, wir alten Damen haben ja echt keinen Plan mehr. Das Lied war egal, der Signature-Salto top.

Australien: Dami Im "Sound of Silence" Koalas! Sieger! Das Kleid ist bisschen zuviel, so Baiser mit Glitzer drauf, aber eine gute Stimme hat sie schon, und Dschej ist ja eh für Balladenmädchen. Insiderinfo: dieses ganze I keep calling und Rumgesinge ist definitiv nicht der Klang der Stille.

Slowenien: ManuElla "Blue and Red" Manu ist dran! Äh, fast. Aber eine nicht gänzlich unsympathische, nicht gänzlich unbegabte Person, mit Pferdeschwanz und schlichtem Kleidchen, Artistentänzer und – yay – Fünkchenregen! Fünkchenregenschnaps! Dschej ist not amused, der braucht noch mehr davon.

Bulgarien: Poli Genova "If Love Was a Crime" Poli Genova war schonmal dabei, damals mochte ich ihr Lied. Diesmal überzeugt mich weder das noch ihr Kostüm, das aussieht, als hätte sie sich auf Lilus Wärmebandagen schnell ein schwarzes Bettlaken übergeworfen. Hmm, mit dem Leuchteffekt hab ich schwerst gerechnet – der kam fast ein Stück zu spät, man konnte es kaum noch genießen…

Dänemark: Lighthouse X "Soldiers of Love" Dänische Milchbubis, stimmlich schwach und das Lied kann auch in die Tonne. Manu und ich sind unbegeistert, wie kann das sein, müssten wir nicht die Zielgruppe von Boybands sein? Wahrscheinlich nicht mehr, wahrscheinlich hätten wir alten Damen uns schon besser als Fangirls von San Marino geeignet, aber das sollte ja nun nicht sein.

Dami Im ist Spicegirlsfan. My girl. Man übersprühe sie mit anerkennendem Fünkchenregen (aber Vorsicht mit dem Kleid, das brennt bestimmt wie Sau)!

Ukraine: Jamala "1944" Mal kein Verriss: hier hat sich jemand mit einer äußerst guten Stimme mal tatsächlich n Kopf gemacht, nutzt sehr schön die Bühne, übertreibt’s nicht, find ich super.

Norwegen: Agnete "Icebreaker" Und nun der anscheinend obligatorische Song, der irgendeinen beliebigen Text auf die Begleitbeats von “Euphoria” singt, nur wird’s mit jedem Abklatsch ein bisschen schlechter, und mit den ganzen Rhythmuswechseln wird sie auch eher keine Diskoqueen.

Georgien: Nika Koscharow & Young Georgian Lolitaz "Midnight Gold" Ne Band! Wohoo! Die einzige, die heuer als solche ernstzunehmen ist hier! Obwohl… wer ist denn dieser Mann mit der ungewöhnlich langen Feder am Hut? Trotzdem, das ist doch wenigstens mal was anderes. (Diese Schnitte ey, wir sind doch hier nicht bei MTV! Hier gucken ältere Menschen zu!)

Albanien: Eneda Tarifa "Fairytale" Das ist so ein Kleid, in dem die Sängerin auf die Bühne gefahren, aufgestellt, richtig hingerüscht und später genauso wieder abtransportiert werden muss, ne? Langweilig. (Alter, die ist drei Jahre älter als ich und sieht aus, als könnte sie meine Mutter sein! Ist das diese Schönheitschirurgie?)

Belgien: Laura Tesoro "What’s the Pressure" Manu schläft schon fast, wir kommen nunmehr zum Höhepunkt des Abends: WOHOO!

Was wollen wir also im Finale haben? Natürlich BELGIEN, GEORGIEN, die UKRAINE, die Schweiz, Israel, Serbien, Mazedonien, Australien, Slowenien und Bulgarien. Von mir aus auch Irland (Dschej: “Das ist aber echt zu dünn, um sich mit den Guten zu messen!” – “Gibt ja keine Guten!”). Ich habe meine Pflicht getan und abgestimmt. Im Finale sollen sie dann selber sehn. Erdbeertorte! Und ein weiterer sehr witziger Einspieler. Die Schweden können Humor.

Als Pausenact eine Tanzperformance namens “Man vs. Machine” für drei Roboter und drei Tänzer. Das trifft mein nerdiges Herz, ich schmelze dahin! Der Roboter hat eine Banane aufgemacht! Staying alive mit Robotern! Thriller mit Robotern! Wer hat die programmiert? Die sind ja so großartig!

Was macht eigentlich Jon Ola Sand die restlichen elfeinhalb Monate im Jahr so?

Weiter sind also: Lettland? Das geht ja gut los. Georgien! Bulgarien! Australien! Ukraine! Serbien! Polen, echt jetzt? Israel! Litauen! Belgien! Yaaay! Um die Schweiz isses nu bisschen schade, naja. Nächstes Mal? Gutnacht.

21 thoughts on “We Are The Heroes Of Schlagersülz – das zweite Halbfinale

  1. Auch mal was Positives: Mir hat das Lied und die Stimme bei den Videos schon gefallen. Das Kleid naja.

  2. Das Lied verlangt Bewegung, aber dafür tanzt ein Mann jetzt an der Stange.

  3. Spaciges Outfit. Endlich mal wieder Bewegung bei einer Sängerin. TOP trotz der vielen Wiederholungen im Lied.

  4. Bewegung auf der Bühne. Dank Peter Urban weiß ich jetzt auch, woher ich den Rhythmus kenne. Das Lied steht schon seit der Video-Schau auf meiner Liste.

  5. Meine Favoriten: Georgien, Belgien, Ukraine, Schweiz für die Kniebeuge, Aussie
    Unsicher: Israel, Serbien, Bulgarien, Norwegen, ?

  6. 7 von 10 richtig. Ich sollte Lotto spielen gehen. ;) Bis Samstag. Ich freue mich.

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