We Are The Heroes Of Schlagersülz – das zweite Halbfinale

Heute muss dann also alles besser werden: es gibt ein TV-Signal, die Erdbeertorte ist anwesend (und schon halb leer), und angesichts des ersten Halbfinals müssen wohl heute alle musikalischen Qualitätsbeiträge auf einmal kommen. Ratet, wer heute mein Favorit ist :)

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Es wird jedenfalls live gebloggt, bitte beteiligt euch zahlreich im Chat, denn heute fehlen mir die Stichwortgeber…

So ist das also, wenn man von Anfang an zuschaut: die Hosts singen erstmal selber, und ich fühle mich direkt in einen 60er-Jahre-Disneyfilm versetzt. Hier kann ich ja verraten, dass ich eine Schwäche für so alberne Musik habe…

Lettland: Justs "Heartbeat" Hmm, hab ich dazu jetzt ne Meinung? Es ist fast angenehm minimalistisch, aber was schreit der Junge so? Und wie viele Wochen hat er wohl Barthaare für diesen verwegenen Kinnflaum angespart? Naja. Wird sich keiner dran erinnern.

Polen: Michał Szpak "Color of Your Life" Wasn das fürn Hippie? Manu stellt grad fest, dass inzwischen anscheinend alle ESC-Kandidaten jünger sind als wir. Nein, der von San Marino war ein sympathischer Oldie! Hätte man den mal weitergewählt! Zurück zu Polen: okaye Stimme, viel Geschmachte, lustiges Faschingskostüm. Gibt heute Abend bestimmt noch schlimmeres.

Schweiz: Rykka "The Last of Our Kind" Oi, die Frau qualmt! Brennt das? Feuerlöschdecke! Draufstürzen und einwickeln! Witzig. Und außerdem ist sie fast so niedlich wie Emmelie de Forest. Jo, doch. Finale?

Israel: Hovi Star "Made of Stars" Bei diesem Look hätte ich ja jetzt mit Tainted Love gerechnet: ein androgynes Geschöpf mit Glitzer und Artistik hintendran, singen kann er recht hübsch, das passt so, oder? An dieser Stelle Grüße an Inga, solange ihr Doppelgänger noch auf der Bühne steht. (Und schon wieder Sternchenregen – der Effekt ist so grandios, den muss jeder mal nutzen.)

Weißrussland: Ivan "Help You Fly" Hahaha der runtergefallene Drumstick, ich bin so leicht zu erheitern! Aaargh, da is ja n naggcher Mann auf der Bühne, macht das weg! Hmm, Ivan hat anscheinend nicht so viele Freunde, er singt und musiziert mit Hologrammen von sich selbst zusammen. Man hat doch jedes Jahr den Eindruck, Weißrussland will diesen Wettbewerb einfach nicht ausrichten.

Zwischeneinspieler mit Lordi im ESC-Quiztaxi – yeah, very nice!

Serbien: Sanja Vučić ZAA "Goodbye (Shelter)" Stimmlich sauber, musikalisch unanstrengend, dazu dezente Morticia-Addams-Optik, na ok, das dürfte ein guter Zeitpunkt für ne Erdbeertortenblogpause sein.

Irland: Nicky Byrne "Sunlight" Ein ehemaliger Westlife-Sänger… so sieht das auch aus. Alles bisschen poppig-egal und weichgespült und offenbar hat er an seinen Haaren länger gearbeitet als an seinem Song. Nett gemeint, aber nö – darin sind wir uns aus unterschiedlichen Gründen alle einig (außer Jule?).

Mazedonien: Kaliopi "Dona" Ha! Noch eine, die älter ist als wir! Tja, im Alter kleidet man sich offenbar lustig und hält es für gediegen, und bewegt sich nicht mehr so viel. Immerhin sehr stimmgewaltig, quasi Bonnie Tyler für Opernfans.

Litauen: Donny Montell "I’ve Been Waiting for This Night" Den hatten wir doch schonmal, das war doch der mit der Augenbinde! Seitdem hat’s anscheinend nicht so geklappt und er tritt in Kellnerjacke auf… ach nee, nur von weitem. Manu fragt ganz berechtigt, ob diese Frisuren grad in seien, wir alten Damen haben ja echt keinen Plan mehr. Das Lied war egal, der Signature-Salto top.

Australien: Dami Im "Sound of Silence" Koalas! Sieger! Das Kleid ist bisschen zuviel, so Baiser mit Glitzer drauf, aber eine gute Stimme hat sie schon, und Dschej ist ja eh für Balladenmädchen. Insiderinfo: dieses ganze I keep calling und Rumgesinge ist definitiv nicht der Klang der Stille.

Slowenien: ManuElla "Blue and Red" Manu ist dran! Äh, fast. Aber eine nicht gänzlich unsympathische, nicht gänzlich unbegabte Person, mit Pferdeschwanz und schlichtem Kleidchen, Artistentänzer und – yay – Fünkchenregen! Fünkchenregenschnaps! Dschej ist not amused, der braucht noch mehr davon.

Bulgarien: Poli Genova "If Love Was a Crime" Poli Genova war schonmal dabei, damals mochte ich ihr Lied. Diesmal überzeugt mich weder das noch ihr Kostüm, das aussieht, als hätte sie sich auf Lilus Wärmebandagen schnell ein schwarzes Bettlaken übergeworfen. Hmm, mit dem Leuchteffekt hab ich schwerst gerechnet – der kam fast ein Stück zu spät, man konnte es kaum noch genießen…

Dänemark: Lighthouse X "Soldiers of Love" Dänische Milchbubis, stimmlich schwach und das Lied kann auch in die Tonne. Manu und ich sind unbegeistert, wie kann das sein, müssten wir nicht die Zielgruppe von Boybands sein? Wahrscheinlich nicht mehr, wahrscheinlich hätten wir alten Damen uns schon besser als Fangirls von San Marino geeignet, aber das sollte ja nun nicht sein.

Dami Im ist Spicegirlsfan. My girl. Man übersprühe sie mit anerkennendem Fünkchenregen (aber Vorsicht mit dem Kleid, das brennt bestimmt wie Sau)!

Ukraine: Jamala "1944" Mal kein Verriss: hier hat sich jemand mit einer äußerst guten Stimme mal tatsächlich n Kopf gemacht, nutzt sehr schön die Bühne, übertreibt’s nicht, find ich super.

Norwegen: Agnete "Icebreaker" Und nun der anscheinend obligatorische Song, der irgendeinen beliebigen Text auf die Begleitbeats von “Euphoria” singt, nur wird’s mit jedem Abklatsch ein bisschen schlechter, und mit den ganzen Rhythmuswechseln wird sie auch eher keine Diskoqueen.

Georgien: Nika Koscharow & Young Georgian Lolitaz "Midnight Gold" Ne Band! Wohoo! Die einzige, die heuer als solche ernstzunehmen ist hier! Obwohl… wer ist denn dieser Mann mit der ungewöhnlich langen Feder am Hut? Trotzdem, das ist doch wenigstens mal was anderes. (Diese Schnitte ey, wir sind doch hier nicht bei MTV! Hier gucken ältere Menschen zu!)

Albanien: Eneda Tarifa "Fairytale" Das ist so ein Kleid, in dem die Sängerin auf die Bühne gefahren, aufgestellt, richtig hingerüscht und später genauso wieder abtransportiert werden muss, ne? Langweilig. (Alter, die ist drei Jahre älter als ich und sieht aus, als könnte sie meine Mutter sein! Ist das diese Schönheitschirurgie?)

Belgien: Laura Tesoro "What’s the Pressure" Manu schläft schon fast, wir kommen nunmehr zum Höhepunkt des Abends: WOHOO!

Was wollen wir also im Finale haben? Natürlich BELGIEN, GEORGIEN, die UKRAINE, die Schweiz, Israel, Serbien, Mazedonien, Australien, Slowenien und Bulgarien. Von mir aus auch Irland (Dschej: “Das ist aber echt zu dünn, um sich mit den Guten zu messen!” – “Gibt ja keine Guten!”). Ich habe meine Pflicht getan und abgestimmt. Im Finale sollen sie dann selber sehn. Erdbeertorte! Und ein weiterer sehr witziger Einspieler. Die Schweden können Humor.

Als Pausenact eine Tanzperformance namens “Man vs. Machine” für drei Roboter und drei Tänzer. Das trifft mein nerdiges Herz, ich schmelze dahin! Der Roboter hat eine Banane aufgemacht! Staying alive mit Robotern! Thriller mit Robotern! Wer hat die programmiert? Die sind ja so großartig!

Was macht eigentlich Jon Ola Sand die restlichen elfeinhalb Monate im Jahr so?

Weiter sind also: Lettland? Das geht ja gut los. Georgien! Bulgarien! Australien! Ukraine! Serbien! Polen, echt jetzt? Israel! Litauen! Belgien! Yaaay! Um die Schweiz isses nu bisschen schade, naja. Nächstes Mal? Gutnacht.

We Are The Heroes Of Schlagersülz – das erste Halbfinale

Hejhej, die zarten Eingewöhnungskatastrophen des Abends sind überstanden und wir sitzen immerhin halbkomplett bereit auf dem Sofa und hoffen, dass gleich irgendeiner der Livestreams funktioniert, um uns die größeren Katastrophen vorzuführen. Die Liste der zu erwartenden Dramen ist schonmal vorbereitet, Kommentare folgen dann live, Essen hoffentlich auch. Liest das irgendjemand?

So, es ist 21 Uhr, wir sitzen warm und es gibt Wasser und keinen Livestream, während das Internet über die Eurovisionshymne schreibt. Was wollen wir spielen? Up next: Menschen versuchen, auf mehreren Rechnern schnell TV-USB-Gerätesoftware zu installieren. Ich möchte das Finale dann bitte daheim gucken.

Schön, dass man immerhin auf Twitter mitlesen kann, was man grad so verpasst…

Finnland: Sandhja "Sing It Away" Öhm.
Griechenland: Argo "Utopian Land" Ja?
Moldawien: Lidia Isac "Falling Stars" Tscha.
Ungarn: Freddie "Pioneer" Hat vermutlich stattgefunden?

BREAKING NEWS: WIR HABEN STREAM! Für ihre genialen Ideen lieben wir Manu :)

Kroatien: Nina Kraljić "Lighthouse" Das ist aber ein interessantes… äh… Kleid? Egal, find ich gut, ich find alles gut, solang ich Bild habe. Ein Effektkleid! Finalkandidatin! Boah, wir brauchen jetzt dringend Pizza auf den ganzen Stress. Übrigens ruckelt der Stream etwa genauso doll wie Reinhards DVB-T früher auch. Bitte alle hinsetzen und flach atmen.

Niederlande: Douwe Bob "Slow Down" Nein, Korrektur, der Stream ist noch ein bisschen instabiler. Na immerhin sehen wir genug von jedem Lied, um uns mal kurz eine Meinung zu bilden. Das Lied ist Entschleunigungsprogramm, inklusive der revolutionären Idee, mitten im Lied 10 Sekunden Pause zu machen. Der Stream beschert uns diesen Effekt leider noch ein bisschen öfter. In der 30-Sekunden-Pause verpassen wir noch die künstlerische 10-Sekunden-Pause… aber vielleicht wird die ja in der Zusammenfassung nochmal gezeigt?

Armenien: Iveta Mukutschjan "LoveWave" Armenien tritt im Badeanzug an. Alter, das ist mal fettes Effektfeuerwerk, das gehört ins Finale. Ach, und wieder Pause. Na, der Gedanke war erkennbar.

San Marino: Serhat "I Didn’t Know" Und wieder kaputt. Wir werden nie erfahren, was derjenige alles mitbringen muss, der für San Marino antreten will. Frauen in Alufolie? Die wenigen Ausschnitte, die wir sehen durften, waren mehr so Schlagerkirmes. Und bestimmt fehlte selbst die dramatische Rückung, ohne Ralph Siegel geht da alles den Bach runter, also echt mal. Nichtmal Reinhard gefällt’s.

Russland: Sergei Lasarew "You Are The Only One" Oi, das ist ja wie das mit den Strichmännchen, nur in düster und dramatisch! Videoleinwand gewinnt, ist klar. Und wieder Streampause und Standbild. “Mir gefällt’s!” – “Ja, so ohne Musik isses sehr gut, ne?” Wir sind alle schwerst begeistert von der Videoshow, das läuft.

Tschechien: Gabriela Gunčíková "I Stand" Tja hm, drei Videoausschnitte gesehen, halt so Balladengedöns mit Dramatik und ner schicken Bühne. Dschej meint, das kann man mal machen, Balladen gehn immer. Genau das ist ja das Problem, das denkt sich ja leider jedes Land. Windmaschinenschnaps!

Zypern: Minus One "Alter Ego" Noch eine tolle Idee von Manu, wir haben jetzt einen pixeligen, dafür aber weniger ruckelnden Stream. Ohne Peter Urban, man kann halt nicht alles haben. Die Band sieht lustig aus, aber zu mehr Meinungsbildung reicht der Stream nicht, das muss nachher der Schnelldurchlauf richten.

Österreich: ZOË "Loin d’ici" Hübsche Stimme, aber dann so’n komischer Stampfrhythmus hintendran? Einmal wünsch ich mir tatsächlich lieber ne Schmachtballade. Die Mickeymaus auf Jens’ Schoß bangt schon fleißig. Diesen Sommer in allen Cabrios Europas? “Windmaschinenschnaps?” – “Die Flasche ist doch leer… ui nee, die Flasche ist magisch wieder voll! Windmaschinenschnaps!” (Fürs Protokoll: das erste Lied, das wir ohne Aussetzer gesehen haben! Noch ein Hoch auf Manu!)

Estland: Jüri Pootsmann "Play" “Gefällt das hier jemandem?” – “Bisher noch nich…” Warum kuckt der immerzu so finster in seinem Konfirmandenanzug? Was soll das alles? Nee, also… nee. Immerhin gibt’s jetzt Chicken Biriyani, vielleicht endet der Abend doch noch versöhnlich.

Aserbaidschan: Samra "Miracle" Dieses Lied wird potentiell Juliane gefallen, aber egal, ich find grad auch alles hübsch, was ordentlich die Effektpalette ausschöpft, da darf das Golden Girl gern nochmal wiederkommen. (Mampf mampf mampf.)

Montenegro: Highway "The Real Thing" Das war auch böses Effektgewitter, aber irgendwie bisschen viel, gefällt uns eher nicht so. Zum Glück haben wir keine Epileptiker unter uns, die hätten grad arge Probleme. Anyway, Windmaschinenschnaps, und bitte rauswählen.

Island: Greta Salóme "Hear Them Calling" Auch mal ein revolutionäres Konzept, auf einer unbeleuchteten Bühne aufzutreten. Hmm, was ist das? Jens, nimm doch mal die Hand vorm Beamer weg! Nee Moment… Dschej meint, das darf mitkommen ins Finale. “Du willst doch einfach nur alle Frauen weiterwählen! Der Russe war aber gar keine Frau!” – “Doch, der war in Wirklichkeit bestimmt auch ne Frau!” – “Wenn das Putin wüsste!”

Bosnien und Herzegowina: Dalal & Deen feat. Ana Rucner & Jala "Ljubav je" Was ist das denn? “Warum tragen die denn alle Rettungsdecken?” – “Ist vielleicht in ner Windmaschine gar nicht so verkehrt…” Auf einem Mittelaltermarkt wäre dieses Lied vielleicht der Reißer… na immerhin ist es hübsch dramatisch und enthält ein Metalcello und Effektkleider, och jo, irgendwas witziges muss ja weiter. Manu meint auch: “Ist gar nicht so schlimm wie manch anderes.”

Malta: Ira Losco "Walk on Water" Eine schwache Variation auf “I got the power”, und warum hat dieses Wasserlied eigentlich soviel Feuergrafik hintenrum? Ach, alles egal, wech mit. Jetzt kommen voraussichtlich mehrere Schnelldurchläufe, auf dass wir uns auch zu den verpassten Beiträgen eine Meinung bilden können… Mit Finnland und Moldawien haben wir eher nix verpasst, Griechenland fand ich ganz witzig innert einer halben Minute, Ungarn soll sich mal das T-Shirt gescheit reinstopfen.

Was soll also weiter? Ich sag mal, Russland und die Niederlande bestimmt, Tschechien wünscht sich Dschej, Armenien, Kroatien, Aserbaidschan, Island, Bosnien und Herzegowina. San Marino freuen sich so kindlich über ihr völlig bescheuertes Lied, die sollten aus Mitleid eigentlich auch reinrutschen. Da ist ja immer noch ein Platz übrig für einen Beitrag, der’s nicht verdient hat.

Der Pausenfüller! Großartig! Durften wir heut eigentlich abstimmen? Muss man eigentlich nicht. Die Hälfte haben wir eh verpasst, wir sind nicht mehr objektiv, hahaha. Zur Pausenbespaßung nun “The Grey People”. Quasi Thriller, nur mit schlechteren Kostümen und schlechterer Musik. Worauf trinken wir jetzt Schnaps? “Einen Wir-schaffen-das-Schnaps!” Ja, der geht immer. Trotzdem hab ich nun ein bisschen das Gefühl, erst kamen anderthalb Stunden schlampig produzierte Chaosbeiträge und jetzt tatsächlich mal was ordentlich choreographiertes, hübsch dramaturgisches, was mehr als drei Proben erfordert hat. Großes Kino.

So, Auflösung: Aserbaidschan! RUSSLAND, natürlich! NIEDERLANDE! Ungarn. Da kann er sich ja zum Finale noch ne Hose ohne Löcher kaufen. Kroatien! Das Kleid ist weiter! Österreich. Naja, der Mickeymaus hat’s gefallen. Armenien! Tschechien! Zypern, fürs Schönaussehen wohl. Hmm, fehlen noch Bosnien und Island, und es wird: Malta. ACH. Immer der gleiche Quark hier. Bis übermorgen, zu noch mehr Quark! Vor nem Fernseher, mit Peter Urban!

Nachtrag: hier der wie immer unschlagbare Beitrag der unerreichbar großartigen Anja Rützel.

Same procedure as every year.

Und schon wieder ist ein Jahr rum, schon wieder bald Mitte Mai und somit ESC-Zeit – was Manu einstmals mit einem nur minimalen Augenzwinkern als “wichtigstes Musikereignis des Jahres” deklarierte, ist einmal mehr ganz schlimmer Schlagerschranz. Ich sag das ja vermutlich jedes Jahr: auch diesmal wird’s, so schlimm wie noch nie vorher, ein Aufmarsch austauschbarer Balladendamen, die aus Shampoo- und Toffifeewerbungen entsprungen zu sein scheinen und Lieder zum Vortrage bringen, die sich nur unter Zuhilfenahme guter Gesellschaft, garstiger Kommentare sowie gehaltvoller Getränke schadlos anhören lassen. Wir werden jedenfalls wieder zu den beiden Halbfinalsendungen am 10. und 12.5. und zum Finale am 14.5. live bloggen. Oh, die Vorfreude. Seid dabei, damit’s wenigstens was bringt!

Es geht schon wieder los.

Nachdem Xavier Naidoo aus kaum einleuchtenden Gründen vom wütenden Mob abgewählt wurde, musste also heute im deutschen Vorentscheid, deutscher denn je “Unser Lied für Stockholm” betitelt, unser diesjähriger ESC-Teilnehmer ermittelt werden. Leider ließ mich die Auswahl vollkommen kalt, keiner konnte zum Livebloggen bewegt werden und so muss es ein bisschen Orakelei tun: Barbara Schöneberger war den ganzen Abend aufgedreht und ihre Witze fürchterlich flach, die Beiträge waren alle zwischen egal und peinlich angesiedelt. Bunte Freakshow von Jamie-Lee Kriewitz, deren Lied leider nicht annähernd so extravagant ist wie ihr Name und Outfit, vorhersehbar-massentaugliches Schlagergedudel in Bader-Katalog-Reizwäsche bei Ella Endlich, unserer Freundin von mdr1, worst of both worlds beim Duo Joco. Obwohl es dann die Gregorian-Mönche mächtig krachen lassen mit Kuttengewedel und Luftschlangen (!), ist ihr Gesang nicht weniger einschläfernd als sonst. Woods of Birnam leiten die Dudelpopband-Fremdschäm-Orgie ein, in die sich Luxuslärm und Keoma dann auch gleich einreiht. Der Fremdschäm-Höhepunkt wird beim Beitrag von Avantasia erreicht, dann wird’s zum Glück ruhiger mit dem diesjährigen Andreas-Kümmert-Klon Alex Diehl, ehe Laura Pinski den Abend mit dem Ralph-Siegel-Song und seit vielen Jahrhunderten bewährten ESC-Effekten beendet.
Wild drauflosgeraten, die Ergebnisse der Abstimmung: weiter gekommen ins Halbfinale sind Jamie-Lee Dings, Ella Endlich, Gregorian und Alex Diehl, es schlagen sich dann im Finale Jamie-Lee und Alex und weil ja der Junge mit der Gitarre bekanntlich gleich nach der Wahl das Handtuch wirft, stimmen diesmal alle gleich für das Singemädchen. Ralph Siegel indes brachte diesjahr nun also das Kunststück fertig, schon in der Vorrunde zur Vorrunde rauszufliegen, hätte er mal lieber ein Lied für San Marino geschrieben. Alles Mist.

Dieser Beitrag wurde Stunden vor der eigentlichen Sendung erstellt, gilt ohne Unterschrift und wird eventuell im Laufe des Jahres noch um den Namen des tatsächlichen Kandidaten ergänzt.

Beinahe-24-Tage-Liveblog: Tee

Hej hej, nachdem mein letzter Versuch eines 24-Tage-Advents-Liveblogs dezent in die Hose gegangen ist wegen Edge und altem WordPress, ist ja nun alles aktuell und eventuell klappt’s ja – also auf zur Herausforderung, die Erlebnisse mit meinem grandiosen Tee-Adventskalender 2015 (vom Sonnentor – die mich nicht für die Werbung bezahlen, weshalb es wohl auch eher keine Werbung wird) für unsere unsichtbare Leserschaft aufzuschreiben, ehe es wie gewohnt mit den Freuden des Schlagers weitergeht.

1. Gute-Laune-Kräutertee Gleich zum Start haben wir uns ja bisschen was vorgenommen: gute Laune aus einem Teebeutel? Würde mich wundern. Der Tee besticht durch quietschgrüne Farbe und auffällige Trübheit, er weckt Assoziationen an die Schulexperimente mit Heuaufguss. Geschmacklich ok, und sicher auch unterm Mikroskop interessant. Das Wort zum Tage: ich soll mir Zeit nehmen, in die Natur gehen und Reisig sammeln. Feierabend!

2. Earl Grey Das beste, was man hierzu sagen kann, ist, dass das so wenig nach Earl Grey schmeckte, dass es schon wieder gut war. Allerdings schon wieder ne trübe Tasse. Ob der Öko-Teebeutel ins kochende Wasser diffundiert? Fürs Auge ist das nix. Das Wort zum Tag: ich soll einen guten Gedanken zu Papier bringen. Hab aber leider keine Zeit zum Zeichnen, adventsgemäße Besinnlichkeit gibt’s heut nicht.

3. Wieder gut! Fürs Bauchgefühl Statt Besinnlichkeit hatten wir gestern Betriebsweihnachtsfeier, ich fühle mich immer noch abgefüllt, kann grad (dass ich das mal sagen würde!) kein Nougat mehr sehen und da kommt mir diese Kräuterteemischung grade recht. Und heute kann ich sogar mal den Boden der Tasse sehen, ich bin beeindruckt! Zur Wiederherstellung der Besinnlichkeit soll ich heute Vögelchen füttern.

4. Tapferes Bio-Bengelchen Am 4. Dezember hätte man den Beitrag zur Freizeitgestaltung erraten können: da geht man natürlich raus und holt sich Barbarazweige. Wer von dieser Tradition noch nichts weiß: am 4. Dezember ist Barbaratag, man kann sich darüber gern tiefgehender informieren, es ist eine ziemlich wirre Geschichte mit jeder Menge Blut und Wundertaten, wie sich das für gescheite Heilige gehört. Jedenfalls holt man an diesem Tag ein paar blühfähige Zweige (Kirsche z.B.) in die Wohnung, die dann zu Weihnachten blühen sollen. So der Gedanke. Dem Tee ist das alles egal, es handelt sich um eine kinderfreundlich-milde Kräuterteemischung mit Zitronengras, Süßholz und (echt jetzt?) Hafer. Würd ich durchaus nochmal trinken.

5. Hildegard Hol dir Schwung!-Tee Mit Teenamen, die man an einer Ladentheke aussprechen kann, ohne sich in Grund und Boden zu schämen, hat man’s beim Sonnentor offenbar nicht so. Dieser Tee gehört wohl zu einer ganzen Reihe mehr oder weniger esoterischer Mischungen, die Hildegard von Bingen gewidmet sind. Bitte bei Bedarf selber nachschlagen; Hildegard hat kein ganz so spannendes und dramatisches Leben gehabt wie die heilige Barbara, sondern eher ein paar aufrührerische Gedanken, dass man sich’s doch auch im Kloster bisschen nett einrichten könnte. Mit Kräutertee? Das ganze hat nach übertrieben langer Ziehzeit endlich eine deutliche Minznote, die mir gut gefällt, und kaum erkennbaren Anteil von Hagebutte, was mir ebenfalls gefällt. Der Hinweis zum Tag ist, ich soll einen negativen Gedanken wegschmunzeln und außerdem einen Krampus aus Backpflaumen basteln. Heute ist nämlich anscheinend Krampustag, aber in unserer Gegend kennt man den nicht, ehrlich gesagt kenne ich auch den Knecht Ruprecht nur vom Hörensagen, ich war halt immer so ein artiges Kind, mich hat keiner versohlen müssen. Das Backpflaumengebilde kenne ich nur als Pflaumentoffel, aber der schmeckt mir auch nicht; ich back mal lieber noch ein paar Plätzchen. Und putze meine Schuhe!

6. Advent-Tee Das Sonnentor verwehrt sich so beharrlich gegen die Verwendung eines Genitiv-s am Advent (beim “Adventkalender” auch schon), dass ich das jetzt erstmal nachschlagen musste: alles ok, ich bin nicht verrückt, das ist nur so’n Österreicher Ding, das wegzulassen. Wir bekamen heute eine Früchte-Gewürzteemischung, im englischen ist der Name bisschen fancier: Santa’s Secret, ja also, Santas Geheimnis ist höchstwahrscheinlich, dass er die zahlreichen in der Zutatenliste abgedruckten Früchte heimlich verputzt hat und zurück blieb reiner Nelkenaufguss. Schmeckte ein bisschen wie Kirschkompott. Bloß ohne Kirschen.
Die Tagesaufgabe war heute, durch Pfützen zu springen und durch Laubhäufen zu rascheln. Erfreulicherweise war aber das Wetter so fein, dass gar keine Pfütze zu haben war. Wir haben das entsprechend mit Laub kompensiert.
Außerdem war der Nikolaus da! Zu dem gibt es so viele Legenden und eine derartig chaotische Historie, dass man leicht mal den Überblick verliert; mein neuer Favorit ist die Legende von der Auferweckung der getöteten Scholaren, die in einer Kirche in Mühlhausen sowie auch meinem kleinen Weihnachts-Gedichtband verewigt ist, das ist der reine Splatter mitten in der Weihnachtszeit. Widerlich. Ab morgen kommen wir dann hoffentlich wieder zu den singenden Vöglein.

7. Zaubertrunk Besser als Vöglein: Zaubertrank! Außerdem sind wir nun endlich wieder beim Heuaufguss angelangt; ich frag mich, ob die ersten beiden Heuaufguss-Tees auch schon so kleine Fitzelchen in der Tasse rumschwimmen hatten, das sieht ein bisschen unschön aus. Geschmacklich ist es so lala, Kräutich halt, ich wüsste nicht, welche der Zutaten nun magische Wirkung entfalten sollte. Könnten mal ein paar Römer vorbeigucken, damit ich das testen kann? Ach nein, Weihnachtsfriede ist ja angesagt. Und da soll ich ein Geschenk im Second-Hand-Laden kaufen? Ernsthaft, Shopping?! Och nö.

8. Chai Schwarzteekuss So, heute mal echter Schwarztee – Assam, gemischt mit soviel Zeugs, dass man davon überhaupt nichts mehr merkt. Rooibos, Fenchel, Ingwer, Kardamom, und und und. Wenn man sowas mag, ist es eigentlich ein hervorragender Weihnachtstee. Ich mag Gewürztee eher nicht so, aber fand ihn ganz ok – besser geht also kaum. Im Begleittext steht irgendwas von Buddhismus und dass ich für mich selbst da sein und es mir gut gehen lassen soll. Da mein Tag heute voraussichtlich mit Tai-Chi-Entspannungsplingplong ausklingen wird, klappt das vermutlich.

9. Ingwer Sonne Um der Enttäuschung vorzubeugen: Sonne ist keine Zutat dieses Tees. Es handelt sich um eine Ingwer-Zitronengras-etc.-Mischung, und wie schon bei meinem letzten Tee-Adventskalender lässt sich hierzu nur sagen, dass ein Scheibchen Ingwer mit bisschen Zitronensaft ein schöneres Getränk erzeugt hätte. Manche Sachen sollten einfach nicht in kleinen Papierbeuteln rumhängen.
Mir ward befohlen, heute ein Weihnachtsrezept von Oma nachzubasteln, aber Oma hat ja selber schon kiloweise Plätzchen nach ihrem eigenen Rezept gebacken, das wär ja Verschwendung. Stattdessen gibt’s noch eine kleine Informationseinheit: wir befinden uns heute schon fast mittendrin im achttägigen Chanukkafest, das zwar auf eine ganz andere Geschichte zurückgeht als Weihnachten, aber meistens in die Weihnachtszeit fällt (das Datum richtet sich nach dem jüdischen Kalender, der ein Mondkalender mit Schaltmonat ist, also ist es nach unserem Kalender jedes Jahr ein bisschen anders). Noch mehr Kerzen und Gemütlichkeit – und Kartoffelpuffer! Die gab’s bei mir schon gestern, und alle anderen dürfen ruhig in den verbleibenden fünf Festtagen noch welche essen, denn Kartoffelpuffer sind immer super, mit Anlass sogar noch mehr.

10. Hildegard Freier Geist Willkommen zurück, Hildegard! Einen freien Geist machst du also heute, soso. Sehr niedlich, dass das auf dem Teebeutel mit einem aus der Tasse flüchtenden Dschinn illustriert ist. Bei der Gelegenheit können wir ja mal drüber nachdenken, wie das so ist mit unseren Weihnachtswünschen – careful what you wish, you just might get it!
Der Tee ist sehr, sehr grün – wieso ist ein freier Geist grün? Eher ungewöhnliche Zutaten (u.a. Quitten, Basilikum, Käsepappel), und trotzdem schmeckt’s halt solala wie Kräutertee. Zur Unterstützung sozialer Projekte werd ich heut eher nicht soviel Zeit haben, aber ich kann ja bisschen sozial zu den Entwicklern sein oder so.

11. Schönen Feierabend Ach, ja danke, lieber Tee! Heißt das, ich darf jetzt nach Hause gehen? Hmm, ist vielleicht doch noch bisschen früh am Tage. Der Tee ist sozusagen ganz normaler Kräutertee mit ganz normalen Kräutertee-Ingredienzen, nur vermutlich wegen des Sonnentor-Labels doppelt so teuer wie der schöne Goldmännchen-9-Kräuter. Die Tageslosung lautet, ich soll mich von der Muse küssen lassen (knutschen mit naggschen Damen, yay) und meinen Weihnachtsschmuck selbst basteln. Selbstgebastelten Weihnachtsschmuck hab ich glaub ich genug, vielleicht lad ich die Muse einfach auf einen Tee ein.

12. Winternacht Wie immer, wenn’s besonders weihnachtlich werden soll, gibt’s Früchte-Gewürzteemischung, und wieder einmal bedeutet das: Nelkenaufguss. Diesmal immerhin mit wahrnehmbarem Fruchtanteil, schön süß, schön knallrot, und trotz völliger Abwesenheit von Kirsche kann man sich jetzt problemlos einreden, das Kirschkompott auszutrinken. Vermutlich war aber einfach nur meine Toleranz bisschen höher, weil ich durchgefroren von draußen kam und mir egal war, wonach das große Heißgetränk schmeckt, solang ich’s nur kriege. Aufgabe für heute ist, ein Weihnachtslied einzustudieren. Da meine Fingernägel nach dem Klettern noch nicht so richtig auf Optimallänge sind, muss es wohl reichen, dass ich den Vögeln was vorgesungen hab.

13. Bio-Bengelchen Schneeballschlacht Weil’s gestern nicht so schlimm war, gibt’s heute gleich nochmal Früchte-Gewürztee. Diesmal aber mit herrlich goldener Tasse, unter Beigabe von Rooibos und diversen Fruchtschnippeln ist das schon beinahe eine runde Sache, müsste nicht wieder die Nelke die kleine Rampensau raushängen lassen. Widmen wir uns also lieber dem Wort zum Tage: wir sollen Lichter ins Fenster stellen oder Teelichter im Fluss schwimmen lassen. Das ist sehr nett, kommt aber kaum ran an den Brauch mit dem Kerzenkranz im Haar, mit dem die heilige Lucia (eine der älteren Heiligen, also wieder große Wunder und absurde Gräueltaten) z.B. in Schweden am 13. Dezember gefeiert wird. In Fürstenfeldbruck nimmt man sich zumindest die Teebeutelbotschaft zu Herzen. Sehr hübsch. Zünden wir also mal eine Kerze an, das ist ein Anfang.

14. Wieder gut! Reine Nervensache Heute gibt’s Hopfenblütentee! Hahaha! Also echt jetzt: Hopfendolden sind eine Zutat dieses Tees, außerdem Lavendel und Zitronenmelisse u.a. und da steht der himmlischen Ruh ja wirklich nichts mehr im Wege, auch wenn übermäßige Aufregung und Wachheit am Montag Morgen nun nicht gerade mein Problem ist. In der heutigen Aktionsbroschüre las ich erstmals von einer Aktion namens “Caffè sospeso“. Allerdings müsste ich zu deren Unterstützung mindestens nach Erfurt oder Leipzig reisen; vielleicht findet ja jemand anders was näheres, es scheint hier noch nicht so verbreitet zu sein. Aber die Idee ist schon nett.

15. Hildegard Freier Atem Wir werden wohl noch das ganze Hildegard-Sortiment durchprobieren dürfen. Was hiervon mir freien Atem verschaffen soll, weiß ich auch nicht so genau; außer dem Salbei hätte ich erstmal keine der Zutaten als Halsmedizin identifiziert. Salbei ist dann auch wirklich das Hauptaroma, umgeben von anderem Kleinscheiß, sodass man nicht unbedingt Honig reinrühren muss, um das ganze genießbar zu machen – man muss jedoch sagen, dass Salbeitee aus richtigen Salbeiblättern zumindest eine klare Tasse hätte, dieser hier ist schon wieder auffallend undurchsichtig. Heute sollen wir übrigens einen “tierisch guten Advent” zelebrieren, also z.B. dem Tierheim spenden. Ach naja, mir fallen noch andere Aktionen ein, die’s verdient haben.

16. Glückstee Hmm ja. Minze, Zitronenmelisse, Zeug, macht das glücklich? Ein schöner klarer Kräutertee, aber dieser Kalender enthielt schon bessere Sorten. Trotzdem macht es mich glücklich, diesen etwas halskratzigen Tag mit einem schönen heißen Tee zu beginnen. Dazu soll ich heute Zeit im Kreise meiner Liebsten verbringen. Das mach ich ja eigentlich jeden Tag, das klappt.

17. Chai Rooibosfeuer Schon der 17.! Wenn man noch nicht alle Geschenke beisammen hat, wäre jetzt der geeignete Zeitpunkt, um in Panik zu verfallen. Ich hab sie jedoch beisammen und laut Teekalender ist heute der geeignete Zeitpunkt für den Jahresrückblick: was hat mich in den letzten Monaten zufrieden gemacht und was würde ich gern öfter tun? Nun, eigentlich das meiste – außer Gewürztee trinken. Ja, das ist meine persönliche Privatabneigung und der arme Gewürztee kann nichts dazu; dieser hat nichtmal so böses Nelkenaroma, aber schmeckt mir trotzdem nicht. Er wird bestimmt andere Freunde finden.

18. Kaminknistern Und wieder Früchte-Gewürztee… Trommelwirbel… ohne Nelke! Und grad hatte ich mich an sie gewöhnt, tihi… so haben wir jetzt eher charakterlosen Früchtetee, den man auch nicht unbedingt nochmal trinken muss. Die Tagesaufgabe heute ist, “ein besonderes Buch, eine Geschichte, die [m]ich beeindruckt hat” mit anderen zu teilen – gemeint ist eigentlich vorlesen, aber da das hier jetzt so schlecht geht (ok, ihr könnt ja die Text-to-Speech-Funktion verwenden, falls euer Browser sowas hat), muss ich mich damit begnügen, einen Link zu meinem meistgeliebten Weihnachtsbuch zu posten, auf dass ihr euch das sofort besorgt und euch gegenseitig daraus vorlest (in jeder gut sortierten Kinderbibliothek vorhanden und auch sehr gut als Weihnachtsgeschenk!).

19. Inspirationsquelle Was für eine Verschwendung, diesen Tee jetzt zu trinken, wo ich vor Müdigkeit schon bald umfalle und vermutlich eingenickt bin, ehe ich einen Stift in die Hand genommen habe! Ob es geschickt ist, weißen Tee spät abends zu trinken, musste ich erstmal nachschlagen, aber dann fiel mir wieder ein, dass ich ja sowieso prima einschlafen werde, egal, was ich dagegen unternehme. Schmeckt jedenfalls. Leider habe ich es versäumt, Wünsche auf Zettelchen zu schreiben, wie es die Tagesaufgabe vorsah, aber ich wünsche schonmal allen jede Menge so herrliche Tage wie heute.

20. Hildegard Starker Wille Erst Inspiration, dann auch noch starker Wille – ich hoffe, so ein Tässchen Tee genügt zur Motivation, den ganzen neuen Kram heute noch zu tuschen. Der Tee enthielt jedenfalls, trotz der Drohung “Gewürztee”, nur ein bisschen Ingwer und ansonsten Fenchel, Brennnessel und andere Dinge, die in Kräutertee nicht schaden können. Das war ganz gut so. Das Wort zum Tage: wir sollen die Heizung abdrehen und das Auto mal bewusst stehenlassen. Ich kauf mir jetzt nicht extra ein Auto, nur um es bewusst stehen lassen zu können, aber Heizung abdrehen ist bei Weihnachtstemperaturen von 16°C nun wirklich nicht zuviel verlangt.

21. Schutzengel-Tee Die heutige Ankündigung verhieß schon wieder Kräuter-Gewürztee, aber das ganze schmeckt überraschend gut und das einzige Gewürz, das ich auf der Zutatenliste erkennen kann, ist Anis, das schadet nicht, das ist auch in meinem Lieblings-Kräutertee drin. Da schon die beiden letzten Tees hervorragend ihrem Namen gerecht wurden, erwarte ich jetzt natürlich Rundumschutz.
Heute ist Wintersonnenwende, die Orientierungsbroschüre meint, da sei der Kreislauf des Lebens besonders deutlich zu spüren und Räuchern hätte heute etwas magisches. Ich seh nicht ganz ein, wie das zusammenhängen soll, aber Räucherwerk hab ich eh nicht daheim. Es stimmt ja schon die Basis nicht, denn diesjahr ist die Wintersonnenwende erst morgen früh. Na, räuchert eben, wenn ihr’s mögt, und lasst es ansonsten bleiben, ganz einfach.

22. Rooibos Vanille Wohoo, ein Tee mit einem ganz normalen Namen! Vor Begeisterung hab ich mir gleich mal die Zunge verbrannt. Ja, normaler Rooibos halt. Wobei das ja nicht so ganz zum Tagesmotto passt: beim Einkauf des Weihnachtsmenus regionalen Köstlichkeiten den Vorzug geben. Also doch lieber Brennnesseltee statt Rooibos, oder?

23. Abendtee Ich nehme zur Kenntnis, dass noch kein Abend ist, aber gleich fahr ich ins Land ohne Internet und dort wird’s gleich gar nichts mehr mit Liveblog (den 24. muss ich euch also noch ein Weilchen schuldig bleiben, liebe unsichtbare Leser), also besser jetzt. Dieser Tee ist eindeutig zum Runterkommen vorgesehen, sehr starke Zitronenmelissenote und erfreulicherweise gar kein Bäh-Aroma von der Hagebutte, alles sehr schön und gleich schlaf ich ein. Ich sollte heute Kraft aus der Natur schöpfen und einen ausgiebigen Weihnachtsspaziergang unternehmen, und habe dem beinahe Folge geleistet, indem ich mich vorhin auf dem Heimweg… nun ja, ein bisschen verfahren habe, sodass ich zwischendurch nochmal auf einem sonnigen Berggipfel vorbeikam. Nun ist es wieder trüb und wolkig und daran erkennen wir, dass man sich eben nicht immer genau an die Regeln halten kann, um die besten Ergebnisse zu erzielen. Ähnliches ist dann auch der Leitspruch zum 24. (ich greife schonmal bisschen vor, denn ihr mögt den morgigen Tag vielleicht ohne Tee-Rezension durchstehen, aber doch sicher nicht ohne Lebenshilfe!): Tradition ist beruhigend, aber neue Sachen sind auch schön, und mit beidem zusammen finden wir unseren Weihnachtsfrieden. Frohes Fest!

24. Himmlischer Christkindl-Tee Und hier nun noch, mit leichter Verspätung, der Nachtrag zum letzten Teebeutel: ein weihnachtlicher Gewürztee, da ahnt man schlimmes und zum Glück tritt nichts davon ein, denn man schmeckt überhaupt keine Nelke, nur eine sehr dezente Zimt- und Süßholznote und das kann man schon mal so trinken – zu Weihnachten jedenfalls. Damit verabschiede ich mich (vermutlich bis zum nächsten Singewettstreit) und wünsche der unsichtbaren Leserschaft schonmal ein gutes neues Jahr 2016! Tschüss!