Beinahe-24-Tage-Liveblog: Tee

Hej hej, nachdem mein letzter Versuch eines 24-Tage-Advents-Liveblogs dezent in die Hose gegangen ist wegen Edge und altem WordPress, ist ja nun alles aktuell und eventuell klappt’s ja – also auf zur Herausforderung, die Erlebnisse mit meinem grandiosen Tee-Adventskalender 2015 (vom Sonnentor – die mich nicht für die Werbung bezahlen, weshalb es wohl auch eher keine Werbung wird) für unsere unsichtbare Leserschaft aufzuschreiben, ehe es wie gewohnt mit den Freuden des Schlagers weitergeht.

1. Gute-Laune-Kräutertee Gleich zum Start haben wir uns ja bisschen was vorgenommen: gute Laune aus einem Teebeutel? Würde mich wundern. Der Tee besticht durch quietschgrüne Farbe und auffällige Trübheit, er weckt Assoziationen an die Schulexperimente mit Heuaufguss. Geschmacklich ok, und sicher auch unterm Mikroskop interessant. Das Wort zum Tage: ich soll mir Zeit nehmen, in die Natur gehen und Reisig sammeln. Feierabend!

2. Earl Grey Das beste, was man hierzu sagen kann, ist, dass das so wenig nach Earl Grey schmeckte, dass es schon wieder gut war. Allerdings schon wieder ne trübe Tasse. Ob der Öko-Teebeutel ins kochende Wasser diffundiert? Fürs Auge ist das nix. Das Wort zum Tag: ich soll einen guten Gedanken zu Papier bringen. Hab aber leider keine Zeit zum Zeichnen, adventsgemäße Besinnlichkeit gibt’s heut nicht.

3. Wieder gut! Fürs Bauchgefühl Statt Besinnlichkeit hatten wir gestern Betriebsweihnachtsfeier, ich fühle mich immer noch abgefüllt, kann grad (dass ich das mal sagen würde!) kein Nougat mehr sehen und da kommt mir diese Kräuterteemischung grade recht. Und heute kann ich sogar mal den Boden der Tasse sehen, ich bin beeindruckt! Zur Wiederherstellung der Besinnlichkeit soll ich heute Vögelchen füttern.

4. Tapferes Bio-Bengelchen Am 4. Dezember hätte man den Beitrag zur Freizeitgestaltung erraten können: da geht man natürlich raus und holt sich Barbarazweige. Wer von dieser Tradition noch nichts weiß: am 4. Dezember ist Barbaratag, man kann sich darüber gern tiefgehender informieren, es ist eine ziemlich wirre Geschichte mit jeder Menge Blut und Wundertaten, wie sich das für gescheite Heilige gehört. Jedenfalls holt man an diesem Tag ein paar blühfähige Zweige (Kirsche z.B.) in die Wohnung, die dann zu Weihnachten blühen sollen. So der Gedanke. Dem Tee ist das alles egal, es handelt sich um eine kinderfreundlich-milde Kräuterteemischung mit Zitronengras, Süßholz und (echt jetzt?) Hafer. Würd ich durchaus nochmal trinken.

5. Hildegard Hol dir Schwung!-Tee Mit Teenamen, die man an einer Ladentheke aussprechen kann, ohne sich in Grund und Boden zu schämen, hat man’s beim Sonnentor offenbar nicht so. Dieser Tee gehört wohl zu einer ganzen Reihe mehr oder weniger esoterischer Mischungen, die Hildegard von Bingen gewidmet sind. Bitte bei Bedarf selber nachschlagen; Hildegard hat kein ganz so spannendes und dramatisches Leben gehabt wie die heilige Barbara, sondern eher ein paar aufrührerische Gedanken, dass man sich’s doch auch im Kloster bisschen nett einrichten könnte. Mit Kräutertee? Das ganze hat nach übertrieben langer Ziehzeit endlich eine deutliche Minznote, die mir gut gefällt, und kaum erkennbaren Anteil von Hagebutte, was mir ebenfalls gefällt. Der Hinweis zum Tag ist, ich soll einen negativen Gedanken wegschmunzeln und außerdem einen Krampus aus Backpflaumen basteln. Heute ist nämlich anscheinend Krampustag, aber in unserer Gegend kennt man den nicht, ehrlich gesagt kenne ich auch den Knecht Ruprecht nur vom Hörensagen, ich war halt immer so ein artiges Kind, mich hat keiner versohlen müssen. Das Backpflaumengebilde kenne ich nur als Pflaumentoffel, aber der schmeckt mir auch nicht; ich back mal lieber noch ein paar Plätzchen. Und putze meine Schuhe!

6. Advent-Tee Das Sonnentor verwehrt sich so beharrlich gegen die Verwendung eines Genitiv-s am Advent (beim “Adventkalender” auch schon), dass ich das jetzt erstmal nachschlagen musste: alles ok, ich bin nicht verrückt, das ist nur so’n Österreicher Ding, das wegzulassen. Wir bekamen heute eine Früchte-Gewürzteemischung, im englischen ist der Name bisschen fancier: Santa’s Secret, ja also, Santas Geheimnis ist höchstwahrscheinlich, dass er die zahlreichen in der Zutatenliste abgedruckten Früchte heimlich verputzt hat und zurück blieb reiner Nelkenaufguss. Schmeckte ein bisschen wie Kirschkompott. Bloß ohne Kirschen.
Die Tagesaufgabe war heute, durch Pfützen zu springen und durch Laubhäufen zu rascheln. Erfreulicherweise war aber das Wetter so fein, dass gar keine Pfütze zu haben war. Wir haben das entsprechend mit Laub kompensiert.
Außerdem war der Nikolaus da! Zu dem gibt es so viele Legenden und eine derartig chaotische Historie, dass man leicht mal den Überblick verliert; mein neuer Favorit ist die Legende von der Auferweckung der getöteten Scholaren, die in einer Kirche in Mühlhausen sowie auch meinem kleinen Weihnachts-Gedichtband verewigt ist, das ist der reine Splatter mitten in der Weihnachtszeit. Widerlich. Ab morgen kommen wir dann hoffentlich wieder zu den singenden Vöglein.

7. Zaubertrunk Besser als Vöglein: Zaubertrank! Außerdem sind wir nun endlich wieder beim Heuaufguss angelangt; ich frag mich, ob die ersten beiden Heuaufguss-Tees auch schon so kleine Fitzelchen in der Tasse rumschwimmen hatten, das sieht ein bisschen unschön aus. Geschmacklich ist es so lala, Kräutich halt, ich wüsste nicht, welche der Zutaten nun magische Wirkung entfalten sollte. Könnten mal ein paar Römer vorbeigucken, damit ich das testen kann? Ach nein, Weihnachtsfriede ist ja angesagt. Und da soll ich ein Geschenk im Second-Hand-Laden kaufen? Ernsthaft, Shopping?! Och nö.

8. Chai Schwarzteekuss So, heute mal echter Schwarztee – Assam, gemischt mit soviel Zeugs, dass man davon überhaupt nichts mehr merkt. Rooibos, Fenchel, Ingwer, Kardamom, und und und. Wenn man sowas mag, ist es eigentlich ein hervorragender Weihnachtstee. Ich mag Gewürztee eher nicht so, aber fand ihn ganz ok – besser geht also kaum. Im Begleittext steht irgendwas von Buddhismus und dass ich für mich selbst da sein und es mir gut gehen lassen soll. Da mein Tag heute voraussichtlich mit Tai-Chi-Entspannungsplingplong ausklingen wird, klappt das vermutlich.

9. Ingwer Sonne Um der Enttäuschung vorzubeugen: Sonne ist keine Zutat dieses Tees. Es handelt sich um eine Ingwer-Zitronengras-etc.-Mischung, und wie schon bei meinem letzten Tee-Adventskalender lässt sich hierzu nur sagen, dass ein Scheibchen Ingwer mit bisschen Zitronensaft ein schöneres Getränk erzeugt hätte. Manche Sachen sollten einfach nicht in kleinen Papierbeuteln rumhängen.
Mir ward befohlen, heute ein Weihnachtsrezept von Oma nachzubasteln, aber Oma hat ja selber schon kiloweise Plätzchen nach ihrem eigenen Rezept gebacken, das wär ja Verschwendung. Stattdessen gibt’s noch eine kleine Informationseinheit: wir befinden uns heute schon fast mittendrin im achttägigen Chanukkafest, das zwar auf eine ganz andere Geschichte zurückgeht als Weihnachten, aber meistens in die Weihnachtszeit fällt (das Datum richtet sich nach dem jüdischen Kalender, der ein Mondkalender mit Schaltmonat ist, also ist es nach unserem Kalender jedes Jahr ein bisschen anders). Noch mehr Kerzen und Gemütlichkeit – und Kartoffelpuffer! Die gab’s bei mir schon gestern, und alle anderen dürfen ruhig in den verbleibenden fünf Festtagen noch welche essen, denn Kartoffelpuffer sind immer super, mit Anlass sogar noch mehr.

10. Hildegard Freier Geist Willkommen zurück, Hildegard! Einen freien Geist machst du also heute, soso. Sehr niedlich, dass das auf dem Teebeutel mit einem aus der Tasse flüchtenden Dschinn illustriert ist. Bei der Gelegenheit können wir ja mal drüber nachdenken, wie das so ist mit unseren Weihnachtswünschen – careful what you wish, you just might get it!
Der Tee ist sehr, sehr grün – wieso ist ein freier Geist grün? Eher ungewöhnliche Zutaten (u.a. Quitten, Basilikum, Käsepappel), und trotzdem schmeckt’s halt solala wie Kräutertee. Zur Unterstützung sozialer Projekte werd ich heut eher nicht soviel Zeit haben, aber ich kann ja bisschen sozial zu den Entwicklern sein oder so.

11. Schönen Feierabend Ach, ja danke, lieber Tee! Heißt das, ich darf jetzt nach Hause gehen? Hmm, ist vielleicht doch noch bisschen früh am Tage. Der Tee ist sozusagen ganz normaler Kräutertee mit ganz normalen Kräutertee-Ingredienzen, nur vermutlich wegen des Sonnentor-Labels doppelt so teuer wie der schöne Goldmännchen-9-Kräuter. Die Tageslosung lautet, ich soll mich von der Muse küssen lassen (knutschen mit naggschen Damen, yay) und meinen Weihnachtsschmuck selbst basteln. Selbstgebastelten Weihnachtsschmuck hab ich glaub ich genug, vielleicht lad ich die Muse einfach auf einen Tee ein.

12. Winternacht Wie immer, wenn’s besonders weihnachtlich werden soll, gibt’s Früchte-Gewürzteemischung, und wieder einmal bedeutet das: Nelkenaufguss. Diesmal immerhin mit wahrnehmbarem Fruchtanteil, schön süß, schön knallrot, und trotz völliger Abwesenheit von Kirsche kann man sich jetzt problemlos einreden, das Kirschkompott auszutrinken. Vermutlich war aber einfach nur meine Toleranz bisschen höher, weil ich durchgefroren von draußen kam und mir egal war, wonach das große Heißgetränk schmeckt, solang ich’s nur kriege. Aufgabe für heute ist, ein Weihnachtslied einzustudieren. Da meine Fingernägel nach dem Klettern noch nicht so richtig auf Optimallänge sind, muss es wohl reichen, dass ich den Vögeln was vorgesungen hab.

13. Bio-Bengelchen Schneeballschlacht Weil’s gestern nicht so schlimm war, gibt’s heute gleich nochmal Früchte-Gewürztee. Diesmal aber mit herrlich goldener Tasse, unter Beigabe von Rooibos und diversen Fruchtschnippeln ist das schon beinahe eine runde Sache, müsste nicht wieder die Nelke die kleine Rampensau raushängen lassen. Widmen wir uns also lieber dem Wort zum Tage: wir sollen Lichter ins Fenster stellen oder Teelichter im Fluss schwimmen lassen. Das ist sehr nett, kommt aber kaum ran an den Brauch mit dem Kerzenkranz im Haar, mit dem die heilige Lucia (eine der älteren Heiligen, also wieder große Wunder und absurde Gräueltaten) z.B. in Schweden am 13. Dezember gefeiert wird. In Fürstenfeldbruck nimmt man sich zumindest die Teebeutelbotschaft zu Herzen. Sehr hübsch. Zünden wir also mal eine Kerze an, das ist ein Anfang.

14. Wieder gut! Reine Nervensache Heute gibt’s Hopfenblütentee! Hahaha! Also echt jetzt: Hopfendolden sind eine Zutat dieses Tees, außerdem Lavendel und Zitronenmelisse u.a. und da steht der himmlischen Ruh ja wirklich nichts mehr im Wege, auch wenn übermäßige Aufregung und Wachheit am Montag Morgen nun nicht gerade mein Problem ist. In der heutigen Aktionsbroschüre las ich erstmals von einer Aktion namens “Caffè sospeso“. Allerdings müsste ich zu deren Unterstützung mindestens nach Erfurt oder Leipzig reisen; vielleicht findet ja jemand anders was näheres, es scheint hier noch nicht so verbreitet zu sein. Aber die Idee ist schon nett.

15. Hildegard Freier Atem Wir werden wohl noch das ganze Hildegard-Sortiment durchprobieren dürfen. Was hiervon mir freien Atem verschaffen soll, weiß ich auch nicht so genau; außer dem Salbei hätte ich erstmal keine der Zutaten als Halsmedizin identifiziert. Salbei ist dann auch wirklich das Hauptaroma, umgeben von anderem Kleinscheiß, sodass man nicht unbedingt Honig reinrühren muss, um das ganze genießbar zu machen – man muss jedoch sagen, dass Salbeitee aus richtigen Salbeiblättern zumindest eine klare Tasse hätte, dieser hier ist schon wieder auffallend undurchsichtig. Heute sollen wir übrigens einen “tierisch guten Advent” zelebrieren, also z.B. dem Tierheim spenden. Ach naja, mir fallen noch andere Aktionen ein, die’s verdient haben.

16. Glückstee Hmm ja. Minze, Zitronenmelisse, Zeug, macht das glücklich? Ein schöner klarer Kräutertee, aber dieser Kalender enthielt schon bessere Sorten. Trotzdem macht es mich glücklich, diesen etwas halskratzigen Tag mit einem schönen heißen Tee zu beginnen. Dazu soll ich heute Zeit im Kreise meiner Liebsten verbringen. Das mach ich ja eigentlich jeden Tag, das klappt.

17. Chai Rooibosfeuer Schon der 17.! Wenn man noch nicht alle Geschenke beisammen hat, wäre jetzt der geeignete Zeitpunkt, um in Panik zu verfallen. Ich hab sie jedoch beisammen und laut Teekalender ist heute der geeignete Zeitpunkt für den Jahresrückblick: was hat mich in den letzten Monaten zufrieden gemacht und was würde ich gern öfter tun? Nun, eigentlich das meiste – außer Gewürztee trinken. Ja, das ist meine persönliche Privatabneigung und der arme Gewürztee kann nichts dazu; dieser hat nichtmal so böses Nelkenaroma, aber schmeckt mir trotzdem nicht. Er wird bestimmt andere Freunde finden.

18. Kaminknistern Und wieder Früchte-Gewürztee… Trommelwirbel… ohne Nelke! Und grad hatte ich mich an sie gewöhnt, tihi… so haben wir jetzt eher charakterlosen Früchtetee, den man auch nicht unbedingt nochmal trinken muss. Die Tagesaufgabe heute ist, “ein besonderes Buch, eine Geschichte, die [m]ich beeindruckt hat” mit anderen zu teilen – gemeint ist eigentlich vorlesen, aber da das hier jetzt so schlecht geht (ok, ihr könnt ja die Text-to-Speech-Funktion verwenden, falls euer Browser sowas hat), muss ich mich damit begnügen, einen Link zu meinem meistgeliebten Weihnachtsbuch zu posten, auf dass ihr euch das sofort besorgt und euch gegenseitig daraus vorlest (in jeder gut sortierten Kinderbibliothek vorhanden und auch sehr gut als Weihnachtsgeschenk!).

19. Inspirationsquelle Was für eine Verschwendung, diesen Tee jetzt zu trinken, wo ich vor Müdigkeit schon bald umfalle und vermutlich eingenickt bin, ehe ich einen Stift in die Hand genommen habe! Ob es geschickt ist, weißen Tee spät abends zu trinken, musste ich erstmal nachschlagen, aber dann fiel mir wieder ein, dass ich ja sowieso prima einschlafen werde, egal, was ich dagegen unternehme. Schmeckt jedenfalls. Leider habe ich es versäumt, Wünsche auf Zettelchen zu schreiben, wie es die Tagesaufgabe vorsah, aber ich wünsche schonmal allen jede Menge so herrliche Tage wie heute.

20. Hildegard Starker Wille Erst Inspiration, dann auch noch starker Wille – ich hoffe, so ein Tässchen Tee genügt zur Motivation, den ganzen neuen Kram heute noch zu tuschen. Der Tee enthielt jedenfalls, trotz der Drohung “Gewürztee”, nur ein bisschen Ingwer und ansonsten Fenchel, Brennnessel und andere Dinge, die in Kräutertee nicht schaden können. Das war ganz gut so. Das Wort zum Tage: wir sollen die Heizung abdrehen und das Auto mal bewusst stehenlassen. Ich kauf mir jetzt nicht extra ein Auto, nur um es bewusst stehen lassen zu können, aber Heizung abdrehen ist bei Weihnachtstemperaturen von 16°C nun wirklich nicht zuviel verlangt.

21. Schutzengel-Tee Die heutige Ankündigung verhieß schon wieder Kräuter-Gewürztee, aber das ganze schmeckt überraschend gut und das einzige Gewürz, das ich auf der Zutatenliste erkennen kann, ist Anis, das schadet nicht, das ist auch in meinem Lieblings-Kräutertee drin. Da schon die beiden letzten Tees hervorragend ihrem Namen gerecht wurden, erwarte ich jetzt natürlich Rundumschutz.
Heute ist Wintersonnenwende, die Orientierungsbroschüre meint, da sei der Kreislauf des Lebens besonders deutlich zu spüren und Räuchern hätte heute etwas magisches. Ich seh nicht ganz ein, wie das zusammenhängen soll, aber Räucherwerk hab ich eh nicht daheim. Es stimmt ja schon die Basis nicht, denn diesjahr ist die Wintersonnenwende erst morgen früh. Na, räuchert eben, wenn ihr’s mögt, und lasst es ansonsten bleiben, ganz einfach.

22. Rooibos Vanille Wohoo, ein Tee mit einem ganz normalen Namen! Vor Begeisterung hab ich mir gleich mal die Zunge verbrannt. Ja, normaler Rooibos halt. Wobei das ja nicht so ganz zum Tagesmotto passt: beim Einkauf des Weihnachtsmenus regionalen Köstlichkeiten den Vorzug geben. Also doch lieber Brennnesseltee statt Rooibos, oder?

23. Abendtee Ich nehme zur Kenntnis, dass noch kein Abend ist, aber gleich fahr ich ins Land ohne Internet und dort wird’s gleich gar nichts mehr mit Liveblog (den 24. muss ich euch also noch ein Weilchen schuldig bleiben, liebe unsichtbare Leser), also besser jetzt. Dieser Tee ist eindeutig zum Runterkommen vorgesehen, sehr starke Zitronenmelissenote und erfreulicherweise gar kein Bäh-Aroma von der Hagebutte, alles sehr schön und gleich schlaf ich ein. Ich sollte heute Kraft aus der Natur schöpfen und einen ausgiebigen Weihnachtsspaziergang unternehmen, und habe dem beinahe Folge geleistet, indem ich mich vorhin auf dem Heimweg… nun ja, ein bisschen verfahren habe, sodass ich zwischendurch nochmal auf einem sonnigen Berggipfel vorbeikam. Nun ist es wieder trüb und wolkig und daran erkennen wir, dass man sich eben nicht immer genau an die Regeln halten kann, um die besten Ergebnisse zu erzielen. Ähnliches ist dann auch der Leitspruch zum 24. (ich greife schonmal bisschen vor, denn ihr mögt den morgigen Tag vielleicht ohne Tee-Rezension durchstehen, aber doch sicher nicht ohne Lebenshilfe!): Tradition ist beruhigend, aber neue Sachen sind auch schön, und mit beidem zusammen finden wir unseren Weihnachtsfrieden. Frohes Fest!

24. Himmlischer Christkindl-Tee Und hier nun noch, mit leichter Verspätung, der Nachtrag zum letzten Teebeutel: ein weihnachtlicher Gewürztee, da ahnt man schlimmes und zum Glück tritt nichts davon ein, denn man schmeckt überhaupt keine Nelke, nur eine sehr dezente Zimt- und Süßholznote und das kann man schon mal so trinken – zu Weihnachten jedenfalls. Damit verabschiede ich mich (vermutlich bis zum nächsten Singewettstreit) und wünsche der unsichtbaren Leserschaft schonmal ein gutes neues Jahr 2016! Tschüss!

24-Tage-Liveblog: TEE

Sind es unterdrückte Schuldgefühle, die mich jährlich ungefähr auf halber Strecke zwischen dem vergangenen und dem nächsten Sing-und-Schmalz-Liveblog dazu treiben, hier doch nochmal einen sinnlosen Überbrückungsartikel hinzuwerfen, sodass es nicht ganz so aussieht, als sei dieses Blog nur noch zur ESC-Bebloggigung da? Ich weiß es nicht; wohl bewusst ist mir allerdings, dass dieses Thema nicht gerade die Grundfesten des deutschen Journalismus erschüttern (oder auch nur jemanden interessieren) wird. Aber wir haben ja schon festgestellt: das tolle daran, keine Leserschaft zu haben, ist, sich nicht um deren Bedürfnisse kümmern zu müssen. Juhu! Ring frei! In diesem fantastischen Lebenshilfeliveblog wird der nichtvorhandene Leser dank der wahnwitzigen Updategeschwindigkeit von durchschnittlich 1/Tag weihnachtlich-angemessen entschleunigt (was immer das bedeutet) und lernt gleichzeitig 48 sicherlich großartige Teesorten samt beinahe qualifiziert-fachlicher Einschätzung kennen. Da meine beiden Tee-Adventskalender für Kinder geeignet sind, ist mit tatsächlichem Tee nicht zu rechnen; dafür werde ich die Ausführungen wie die Unendliche Geschichte in weihnachtlichen zwei Farben halten. Der große Vorteil: Weihnachten hört’s auf! Beweisstück A: der Tee-Adventskalender von Salus . Beweisstück B: der Tee-Adventskalender von Goldmännchen . Ich wünsche eine fröhliche Adventszeit. Vorfreude: Beide sind in der mitteldeutschen Mittelkleinstadt gleichermaßen schwer zu finden; während ich einerseits den Online-Versandhandel bemühen konnte, bekam ich den anderen zum Glück geschenkt, was mich davor bewahrte, selbst ein Reformhaus betreten zu müssen. In der Aufmachung punktet die liebevoll illustrierte Weihnachtsbaum-Falt-und-Aufstell-Box gegenüber der lieblosen Pappschachtel . Die Inhaltsangaben lesen sich gleichermaßen suspekt (und überhaupt, wo bleibt die Überraschung, wenn man’s schon alles vorher weiß?) und ich bin gespannt auf die ersten Tests.

1: Chai! (Gewürztee) Den kannte ich schon – eine Tasse lang schmeckt er so naja, nett, süßlich, aber aus dem Selbstversuch weiß ich schon, dass man’s nach einer ganzen Packung mehr als satt hat. Dann doch lieber Lindenblüte-Melisse (Kräutertee), der zwar erwartungsgemäß ein bisschen krautig schmeckt, aber auch nicht unangenehm, und schön beruhigend war er auch noch.

2: Heute beginnen wir mit dem Winter-Wichtel (Gewürztee), der sogar eine eher mäßig dramatische Geschichte im Booklet (es gab ein Booklet!) mitbrachte. Die Zusammensetzung der Zutaten deckt sich nicht sehr mit dem Goldmännchen-Chai, und für mich ist dieser hier der klare Sieger, da die widerlich in den Vordergrund drängende Süße fehlt. Übrigens schmecken beide Gewürzteesorten auch prima mit Kandis und Milch… Ansonsten haben wir Jägertee (Früchtetee) – erstaunlicherweise ohne Alkohol, nichtmal mit entsprechendem Aroma. Zwar hat das meine Erwartung von “Jagertee” nicht ganz getroffen, aber böse bin ich auch nicht drum, denn dies ist ein sehr milder und trinkbarer Früchtetee.

3 : Cool Cassis (Früchte-Kräutertee) – ein schrecklich gefärbter Tee, dessen Geschmack sich mir überhaupt nicht erschließen wollte. Sehr dezente Johannisbeere, krautiges Dörrgemüse dazwischen, und auch die Tatsache, dass ich den Rest über die Arbeit hinweg kalt werden ließ, hat mir kein “cooles” Geschmackserlebnis bereitet. Nur wenig besser war “Wanderlust” (Kräutertee) – der trockene Beutel strahlt einen sehr seltsamen Duft aus, und auch der Geschmack ist so, ich weiß nicht wie. Melisse und Kamille raus, Anis rein, und es wäre meine Idealkombi…

4 : Na endlich – ein Tee mit sinnlosem Namen, anhand dessen man keine Rückschlüsse über die Zutaten ziehen kann: “Alles Liebe und viel Glück” (Früchtetee)! Alles in allem schmeckt’s wie der G&G-Kehrdreck-Früchtetee im Hagebutte-Hibiskus-Standard, angereichert um solche Seltsamkeiten wie Rote Bete (was?! ). Nich so. Dafür geht der heutige zweite Versuch erfreulich in Richung einer meiner Lieblingssorten: Wilde Kräuter (Kräutertee, ja logisch!) ist quasi Fenchel-Anis-Kümmel-Tee mit ein paar hintergründigen Merkwürdigkeiten wie Gänseblümchen, Schafgarbe und Kornblumen – und genauso schmeckt er auch.

5 : Der Nachmittag beginnt mit einer Absonderlichkeit namens “Bahndamm No 5″ (Kräutertee), von der ich leider schonmal einen Probebeutel ertragen musste. Der ist nicht besser geworden und immer noch eine verrückte Ansammlung von seltsamem getrocknetem Grünzeug, das sich nur mit dem Hintergedanken ertragen lässt, sicherlich schrecklich gesund zu sein… Dafür entschädigte dann der Rooibos Vanille-Sahne , der einfach nur wie ein guter Rotbuschtee mit leichtem Aroma schmeckt und auch noch durch Begleitkuchen aufgewertet wird.

[Super, nun hat das blöde instabile Internet offenbar den halben Post zerhauen. Weiß zufällig jemand, ob ich den Kram wiederfinden kann?]

20: Der Goldmännchen-Kalender erfreute mich heute mit dem hoffentlich letzten Streich der Aromatherapie-Serie: Rose (Kräutertee) war’s diesmal, roch wirklich wie Badewasser und schmeckte nach wenig. Da war der schwache Kontrahent “Kräuter-Gewürztee aus 1001 Nacht”, trotz ebenfalls nicht sonderlich interessanten Aromas, immer noch besser.

21: Die weihnachtliche Einigkeit geht langsam los, und entsprechend haben sich Salus und Goldmännchen für heute auch abgesprochen und beide ein seltsames Ingwer-Lemon-Gemisch (“Spirit” bzw. nur schnöde “Ingwer-Lemon” genannt, beides Kräutertee) in ihre heutigen Beutel gepackt. Sie nehmen sich geschmacklich nicht viel, Salus ist ein bisschen gewürzlastiger, während bei Goldmännchen mehr Lemon durchkommt, was ihn für mich ein wenig besser macht. Aber trotzdem nicht toll.

22: Offenbar ist es pure Garstigkeit des Herstellers, heute gleich nochmal “Ingwer Zitrone” (Kräuter-Früchtetee) in den Beutel zu packen. Auf der Zutatenliste steht dann also statt Lemongras Zitronengras, der Geschmack bleibt lau und auch das Urteil von meiner Mutti ist vernichtend: “mit nem kleinen Scheibchen echtem Ingwer und nem Spritzer Zitrone kriegt man was besseres raus…” Gegen einen so schwachen Gegner kann der “Cola” -Kräutertee quasi nur gewinnen, und tatsächlich schmeckt er überraschend wie Cola. Oder zumindest so wie Haribo-Colafläschchen, was für mich sowieso der einzige erstrebenswerte Colageschmack ist. Juhu!

23: Der Nachmittag beginnt erfreulich mit dem “Pfeffitröpfchen” (Kräutertee), das so ziemlich ähnlich zum Salus-Minzett sein dürfte. Wunderbar minzig, hach. Der Zweitbeutel verspricht heute eine “Ruhige Stunde” (Kräutertee), enthält wohl so ziemlich alles, was man auch in Entspannungsduftkissen packen könnte und schmeckt nach Kräutich. Ach, eigentlich bin ich doch eh ruhig genug, da muss dieser Tee nicht unbedingt sein.

24: Ich hab mir jetzt schon viel Zeit gelassen, nach netten Worten zu suchen, aber dieser Tee war wohl einfach die letzte Rache: “Salad” (Kräutertee) hält, was sein Name verspricht. Oder sollte man den erkalten lassen und lieber als Dressing verwenden? Der simple “Weihnachtstee” (Früchtetee) macht’s mir einfacher: nett, trinkbar, freundliches und fruchtiges Aroma, da macht man nix verkehrt. Extra: Goldmännchen setzt noch eins drauf und legt einen Silvesterbeutel des Inhalts “Traumtänzer” (Früchtetee) bei. Joa, nett – beinahe eine angemessene Entschädigung für den Weihnachtssalat. Das Gimmick des Salus-Kalenders, nämlich die vier Türchen und das Geschichtenbüchlein mit vier Weihnachtsfabeln zweifelhaften pädagogischen Werts (“Aber dem bösen, dem bringt er die Rut’” – so hab ich das gelernt!), hat mich ja auch eher nicht überzeugt. Ich bin also offensichtlich nicht fähig, klar für einen der Kandidaten Partei zu ergreifen, lass es hiermit lieber gut sein und schau mal, was das nächste Jahr so bringt. Gutes Neues!

Abenteuer Bahnfahren

Aus gegebenem Anlass (Festplattenbackup und damit verbundene Durchsicht uralter Daten) will ich hier mal ein Fundstück älteren Datums zu besten geben…

Bahntagebuch: 04.05.05 Dresden – Elsterwerda – Baruth (Mark) – Berlin Schönefeld – Rostock

Um kurz vor eins an diesem wunderbaren Mittwochnachmittag vor Himmelfahrt verabschiede ich mich von der letzten Kommilitonin, die mir noch herzliches Beileid für die mir bevorstehende sechseinhalbstündige Fahrt wünscht. Na prima, hab ja genug zu lesen dabei.

Ich habe mir für dieses ziemlich lange Wochenende ausgedacht, eine Freundin in Rostock belästigen zu müssen, und diese ganze Fahrt dorthin ließ mich doch stark daran zweifeln, dass dieses Vorhaben gottgewollt war. Es begann… als sie mich anrief, nee Quatsch, in einer schön stinkigen Dresdner S-Bahn, die für die Fahrten nach Elsterwerda abgestellt war, was sie aber nicht daran hindern konnte, weiterhin die Strecke Bad Schandau – Meißen Triebischtal auf allen möglichen Anzeigen darzustellen. Ich sitze im Fahrradabteil, weil die alten Omis mit ihren Monstertrollis unbedingt Treppe steigen wollten und mir nun schon alle Plätze oben im Zug weggeschnappt haben. Soll noch einer von denen hilflos tun, wenn es um eine harmlose 10-cm-Stufe geht, da trag ich dann keinem mehr die Tasche rauf!!

Wie gesagt also Fahrradabteil, ohne Fahrräder, dafür aber mit einigermaßen zwielichtigen Gestalten, die klappernde bunte Nylon-Einkaufsbeutel dabei haben und nach deren Inhalt riechen. Mir gegenüber sitzt eine (grob geschätzt?) knapp sechzigjährige Frau im Leinenhosenanzug, die mich die ganze Fahrt über extrem abwertend mustert. Sowas liebe ich, wirklich. Später vergrabe ich mich aus Frust schon in meine sehr schlau gewählte, da so unglaublich federleichte Lektüre zum Thema Actionscript. Siebenhundert Seiten mit vielen lustigen wiewohl überflüssigen Screenshots, und insgesamt wohl ein Fünf-Kilo-Buch. Das stört aber alles im Moment gar nicht, denn die Fahrt nach Elsterwerda verläuft ansonsten verdächtig reibungslos und trotz einer minimalen Verspätung von vielleicht fünf Minuten kriege ich noch meinen Anschlusszug (oh Wunder, der eigentlich schon hätte weg sein sollen).

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The Fortune Cookie says: What You Need Most Is Endurance*

Das vergangene Wochenende hielt für mich eine Erfahrung bereit, die man nicht alle Tage macht: das erste (und womöglich auch letzte?) 24-Stunden-Schwimmen meines Lebens. Da ich vorher keine Ahnung hatte, was auf mich zukommt, und bald vergessen haben werde, wie es war, werde ich das Blag als Gedächtnisstütze nutzen und hier das Erlebte aufarbeiten.

Bei einem 24-Stunden-Schwimmen geht es darum, innerhalb eines Tages (also 24 Stunden) so viel Strecke wie nur irgend möglich schwimmend zurückzulegen. Soviel zum Konzept. Praktisch kann man sich die Zeit natürlich frei einteilen, man kann auch von den 24 Stunden nur eine halbe im Wasser verbringen, nur der Erfolg hält sich dann eben in Grenzen.

Ich war pünktlich zum Einlass vor Ort, und es regnete. Es gibt kaum einen deprimierenderen Anblick als ein großes Sportschwimmbecken bei Regen, und menschenleer war es noch dazu. Ich hatte mir ausgemalt, mit hunderten Schwimmsportlern um die raren Startplätze auf den gerade mal sechs Bahnen wetteifern zu müssen, aber keiner war anwesend.

Den Startschuss um 14 Uhr habe ich nicht im Wasser erlebt, aber inzwischen waren doch einige Schwimmer eingetroffen und kurz danach war ich auch soweit. Natürlich wollen in der Startphase alle schwimmen – die Bahnen waren entsprechend voll, und da doch viele Leute dabei waren, die eher unprofessionelle Schwimmer sind, ging es recht langsam voran. Ok, prima, entspannend. Ich hing mit ruhigem Brustschwimmen dazwischen und fand die erste 2-Stunden-Etappe (4,3 km) sehr entspannend. Leider ist Brustschwimmen ganz der falsche philosophische Ansatz, denn mit einigen Stunden Verzögerung merkt man dann an den Gelenkschmerzen, was für eine unsäglich dumme Idee es war, über 10 km fast ausschließlich in dieser Schwimmart zurückzulegen. Kraul mag ein winziges bisschen anstrengender sein, aber die Schultern sind dankbar. Als ich das herausfand, war es nur leider schon etwas zu spät.

Erstaunlicherweise waren die limitierenden Elemente auch nicht (wie ich angenommen hatte) Kraftmangel oder Müdigkeit, sondern wirklich die Schmerzen und die Unterkühlung. Zwar war das Becken auf kuschlige 24°C beheizt, aber draußen waren es dann (zumindest Nachts) nichtmal mehr 15°C und während des Wartens auf einen Startplatz musste ich mir schon arg das Zähneklappern verkneifen.

Zuletzt noch zur Versorgung: zwar wurde großspurig mit Versorgung vor Ort geworben, aber diese hatte dann eher Volksfestcharakter als dass sie für eine Sportveranstaltung geeignet gewesen wäre. Ich kann mir nach zwei Stunden im Wasser jedenfalls bessere Mahlzeiten vorstellen als Bratwurst, Pommes, Bier und Cola, und war dann ganz froh, dass ich mir die Mühe gemacht hatte, meine eigenen Speisen und Getränke mitzuführen (Nudelsalat, Apfel-Möhren-Salat, Schokolade für zwischendurch, verdünnten Guavensaft).

Die Lernkurve wahr jedenfalls steil, der Erfolg für den ersten Versuch find ich ganz ok, und ich bin gespannt, ob ich bis zum nächsten Jahr in der richtigen Laune für eine Wiederholung bin. Ich kann’s niemandem empfehlen, aber auch keinem verbieten…

* Endurance is a registered trademark of Speedo Holdings B.V.

Zuviel Zeit oder was?

„Ich vermisse eigentlich nichts, obwohl ich keine Identität im Netz habe“, sagt Marianne*, 21, Studentin der vergleichenden Sprach- und Nonsenswissenschaften, wohnhaft in Bitterfeld, geschieden, 1 Kind, Schuhgröße 37. Sie hat eine für heutige Verhältnisse ziemlich mutige Entscheidung getroffen, sich in keinem einzigen sozialen Netzwerk angemeldet – und sich in diesem nutzlosen Blog sowie zahlreichen weiteren Onlinepublikationsplattformen darüber ausgelassen. Ein Interview

BraFo!: Marianne, wie kam es, dass du dich nie in sozialen Netzwerken angemeldet hast?

Marianne: Mir hat nie was gefehlt. Ich hatte einfach keine Lust dazu. So hab ich das für mich entschieden.

Gab es da ein Erlebnis, das den Ausschlag gegeben hat?

Nein, ich habe für mich entschieden, dass ich einfach keine Lust dazu habe. Da geht’s ja nur darum, Kommilitonen auszuspionieren, und das ist mittels tratschender Freundinnen und ambitionierter Überwachung viel detaillierter möglich.

Hast du gezögert, den Schritt nicht zu machen?

Überhaupt nicht, ich hatte keine Lust dazu und hab das für mich so entschieden. Mich nicht anzumelden hat auch keinerlei Zeit gekostet.

Was hat dich am meisten abgehalten?

Die dummen Menschen, die das Internetzelt bei einem namhaften europäischen Festival nur blockiert haben, um dümmliche Facebook-Fotoalben anzugucken. Auf sowas hatte ich keine Lust. Hat mir ja auch noch nie gefehlt. Das hab ich für mich so entschieden.

Wie haben deine Freunde reagiert?

Die haben mich auch abgehalten, aber letztlich hab ich das für mich selbst so entschieden.

Sicher, dass du nicht mal schwach geworden bist?

Natürlich habe ich einen Account für Bravo. Sonst könnte ich dort ja nicht am Kinderchat teilnehmen. Das hab ich für mich so entschieden. Man muss dort ja auch nur fünf Seiten mit persönlichen Daten befüllen, das ist ok für mich. Sonst hat mir noch nie was gefehlt und ich hab auch keine Lust auf sowas.

Aber du schreibst weiter persönliche Dinge überall ins Netz, wo sich die Möglichkeit bietet, oder?

Natürlich, das ist doch auch schön.

*Name und Daten vermutlich nicht von der Redaktion geändert. Inspiration hier.